[ objective-view ]
Der schiefe Riese von Venedig flüstert dem steinernen Träumer ins Ohr
Hoch über den Dächern, wo der Himmel so blau leuchtet, als hätte jemand den Farbtopf des Universums extra für diesen Tag geöffnet, thront ein gewaltiger, rötlicher Turm wie ein stolzer Wächter aus einer anderen Zeit. Sein Kopf, gekrönt von einem grünen Hut, scheint sich genüsslich in die Lüfte zu strecken, während er mit seinem Gegenüber, einem prunkvollen Gebäude mit Säulen, die wie steinerne Wächter in die Höhe ragen, ein stummes Gespräch führt. Die Sonne küsst die Fassade des Gebäudes und lässt die weißen Säulen wie aus Zucker geformt glänzen, während der Turm mit seiner rauen, erdigen Farbe kontrastiert, als wäre er direkt aus einer Wüste entführt worden. Plötzlich erinnert die Szene an eine Märchenlandschaft, in der Architektur und Natur sich heimlich die Geheimnisse der Ewigkeit zuflüstern – nur dass hier die Akteure aus Stein und Backstein bestehen und die Geheimnisse in historischen Falten stecken. Wer genau hinschaut, könnte meinen, die Säulen würden sich leicht wiegen, als würden sie im Wind der Geschichten, die sie seit Jahrhunderten erzählen, sanft hin und her schwanken.