[ objective-view ]
Die schwebende Festung der Nacht – oder: Warum der See heute zum Spiegel der Mondgötter wurde
Plötzlich, als hätte jemand den Himmel mit einem Pinsel aus flüssigem Indigo überstrichen, beginnt das Wasser zu flüstern. Die Lichter der alten Burg auf dem Hügel tauchen ein wie ein vergessener Schatz, der sich weigert, ganz unterzugehen – ihr warmes Glühen tanzt im See und verwandelt ihn in eine flüssige Galerie aus Türmen und Dächern. Irgendwo in der Ferne gähnt ein Kirchenfenster, als würde es heimlich die Geheimnisse der Nacht bewachen, während die letzten Sonnenstrahlen wie neugierige Kinder zwischen den Bäumen hindurchspähen. Und dann ist da noch dieses seltsame Gefühl, als würde die ganze Szene jeden Moment beschließen, sich in einen Märchenfilm zu verwandeln – Hauptrolle: ein See, der sich plötzlich für einen magischen Kristallball hält.