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Die Riesenwurzeln des Yggdrasil – oder: Warum der Pier sich in die Knie fallen ließ
Tief im Herzen des Ozeans, wo die Gezeiten mit gierigen Fingern über moosige Knochen streichen, thront eine Reihe uralter Wächter aus Holz. Ihre Rinde, von Zeit und Salz zu runzeligen Gesichtern geformt, erzählt Geschichten von tausend Schiffen, die hier vor Anker gingen – und von denen, die es nicht taten. Die Wellen, diese ewigen Chronisten, flüstern gegen die Stämme, als wollten sie die Geheimnisse der Holzriesen preisgeben, die sich wie betrunkene Zwerge aneinanderlehnen. Doch heute, an diesem Tag, da der Himmel seine graue Decke besonders dicht zieht, wirken sie weniger wie ein Pier, sondern vielmehr wie die letzten Überlebenden einer versunkenen Baumkathedrale, die der Meeresspiegel im letzten Atemzug noch einmal ans Licht geholt hat. Wer genau hinschaut, dem scheint es, als würden sie jeden Moment wieder zu wachsen beginnen – langsam, aber unaufhaltsam, zurück in den Wald, aus dem sie einst gerissen wurden.