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Der schwebende Uhrturm und die flüssige Zeit – als hätte jemand die Stadt in einen goldenen Spiegel geworfen
Die Abendsonne hat sich heute besonders viel Zeit genommen, um den Himmel in ein riesiges, schimmerndes Atelier zu verwandeln. Dort, wo sonst nur langweilige Backsteinhäuser und ein Fluss entlangplätschern, scheint plötzlich eine fremde Welt zu liegen: Der Turm der Kirche, sonst so stolz und steif, schwebt nun wie ein vergessener Luftschloss-Rest über dem Wasser, während seine Spiegelung darunter mit ihm ein geheimnisvolles Duett tanzt. Die Dächer der Häuser glühen in Rot und Orange, als wären sie mit flüssigem Honig übergossen, und selbst die Wolken hängen da oben wie schläfrige Riesen, die sich gerade erst vom Träumen erholt haben. Irgendwo in der Ferne klingelt eine Glocke – oder ist es das Lachen des Flusses, der sich über seinen eigenen Spiegel schämt? Wer hätte gedacht, dass der Alltag so aussehen kann, wenn man ihn nur lange genug mit goldenen Augen betrachtet?